04. novembre 2020 - 17:00 fino 18:30
Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden Württemberg, Mannheim
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Unsere Menschen erzählen mit Daniel Strauß | mercoledì, 04. novembre 2020

"Unsere Menschen" - so nennen die Angehörigen der deutschen nationalen Minderheit der Sinti ihre Familien und in erweitertem Sinne all die Menschen, mit denen sie ihre Sprache, das Romanes in seinen vielen Varianten, teilen. Das Zuhause der Sprache verbindet Sinti und Roma. Diese Reihe widmet sich der Erzählkunst auf Romanes: großer Literatur und kleinen Geschichten, Fiktionalem und dem eigenen Erleben. Immer wieder werden Liebeserklärungen an das Romanes zu hören sein. Aber die Reihe ist auch eine Einladung zur Begegnung. Gedichtet, übersetzt und erzählt wird auch auf Deutsch, der Heimatsprache vieler, deren Muttersprache Romanes ist.



Daniel Strauß spricht am 4. November in der Reihe "Unsere Menschen erzählen" über die Bedeutung der Sprache Romanes - "Sein Zuhause".



Daniel Strauß wurde 1965 im hessischen Lahn-Dill-Kreis als eines von neun Kindern geboren. Sein Vater Heinz Strauß überlebte die Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz und Buchenwald. Seine Mutter Maria Strauß erlebte ihre Befreiung im Zwangslager „Frankfurt-Dieselstraße“. Während Daniel Strauß Kindheit und Jugendzeit war er im elterlichen Schaustellergeschäft eingebunden. In Folge der saisonalen Schaustellertätigkeit, die im Regelfall von April bis November andauerte, besuchte Daniel Strauß während seiner 10-jährigen Schulzeit etwa 200 Schulen. Er schloss eine Ausbildung als Immobilienkaufmann ab und war, wie auch zuvor, als Selbständiger tätig. Im Zuge der entstandenen Bürgerrechtsbewegung der Sinti und Roma in den 1970er-Jahren war er bereits als Jugendlicher in der ersten Generation der Bürgerrechtsbewegung mit dabei. Seit 1995 ist er Vorsitzender des VDSR-BW. Zuvor war er an der Konzeptentwicklung und Umsetzung des Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma in Heidelberg beteiligt. Daniel Strauß unterschrieb am 28. November 2013 den ersten (und 2019 den zweiten) ausgehandelten Staatsvertrag zwischen dem Land Baden-Württemberg und dem VDSR-BW. Teil des Vertrags war die Gründung eines Rats für die Angelegenheiten deutscher Sinti und Roma, in dem Vertreter des Landes (Parteien, Ministerien, Kommunen) und Vertreter der Minderheit aufeinander treffen, um Angelegenheiten zu erörtern, gemeinsame Aufgaben und Ziele des Vertrags zu beraten und entsprechende Empfehlungen an Landesregierung sowie Landtag zu richten. Strauß setzte damit den Schutz und die Förderung der Minderheit auf eine verlässliche, rechtliche und finanzielle Grundlage. Daniel Strauß große Leidenschaft ist die Erforschung der Geschichte von Sinti und Roma, sowie die Sprache Romanes.